12.01.2012 Trickfilme gegen Tränen vor der Operation

Viele Kinder haben nicht nur Angst vor einer Operation, sondern auch vor der Narkose. Aber es gibt Möglichkeiten, den Kleinen diese Angst zu nehmen …
Kinder lassen sich mit einem Trickfilm gut von der Narkose ablenken.

Bis zu 60 Prozent aller Kinder haben Angst vor einem operativen Eingriff. Gerade kleine Patienten sind vor einer Narkose (Allgemeinanästhesie) unruhig: Sie lassen sich nur unwillig von ihren Eltern trennen, geschweige denn, eine Spritze geben. Um Kindern eine Anästhesie angenehmer zu machen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ein kindgerechtes Vorgehen und eine geeignete Medikation.

Trickfilm auf Smartphone oder Tablet-PC
Hilfreich kann es sein, die Kinder abzulenken, und dies gelingt durch moderne Medien. Gute Erfahrungen bei besonders ängstlichen oder unwilligen Kindern hat Dr. med. Mario Eggers, Anästhesist aus Berlin, mit Filmen gemacht: Bereits beim Abholen in den Operationssaal bekommen die Kinder ein Smartphone oder Tablet-PC, worauf ein bei Kindern beliebter Trickfilm läuft. Die Eltern verabschieden sich anschließend kurz, dann bereitet der Anästhesist die Narkose vor.

Es klappt bei 20 von 25 Kindern
„Spätestens nach der Trennung von den Eltern hätten wir bei diesen schwierigen Kindern erwartet, dass sie sich schreiend und weinend wehren und wir daher die Narkose mit einer Maske einleiten müssen“, so Eggers. Doch bei 20 von 25 Kindern war das nicht nötig: „Während sie wie gebannt den Film schauten, konnten wir sie problemlos an den Überwachungsmonitor anschließen.“ Um die Schmerzen des Einstichs zu lindern, trugen die Ärzte zuvor eine Creme mit einem lokal wirksamen Anästhetikum auf die Haut auf. „Meist haben die Kinder die Venenpunktion nicht einmal bemerkt oder kommentiert“, berichtet Eggers. Die gleichen positiven Erfahrungen haben Anästhesisten in Münster gemacht.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen
Für eine optimale Narkosevorbereitung empfiehlt die DGAI, alle Möglichkeiten auszuschöpfen – von der anästhetisierenden Creme bis zum kindgerechten Trickfilm. Denn nur so könnten den kleinen Patienten schlechte Erfahrungen im Krankenhaus erspart bleiben. Der Einsatz moderner Medien sollte dabei in Zukunft als Hilfsmittel bedacht werden. Der wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie der DGAI hat für Eltern eigens eine Broschüre entwickelt, die über Vorbereitung, Ablauf und Sicherheit einer Anästhesie bei Kindern informiert. Interessierte können sie bei der DGAI bestellen (www.dgai.de; Tel.: 0911/933780, E-Mail: dgai@dgai-ev.de   
        
        

Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Dezember 2011
Studie: Eggers M. et al. Erfahrungsbericht aus der Praxis – Einsatz moderner Medien in der Kinderanästhesie. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2011; 46: 618–619


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