27.05.2011 Magenverkleinerung bei dicken Kindern senkt Risiko für Typ 2

Eine Magenverkleinerung schon bei Kindern, die übergewichtig sind? Das kann in Einzelfällen Sinn machen, meldet die Deutsche Diabetes-Gesellschaft.
Eine Magenverkleinerung kann bei dicken Kindern Sinn machen.

Etwa neun Prozent aller Kinder in Deutschland sind übergewichtig und weitere sechs Prozent sogar fettleibig, so das Ergebnis des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys „KIGGS“. Bei manchen führt die Adipositas zu Folgerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2. Daran erkranken hierzulande jährlich etwa 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren.


Oft kein Erfolg durch Sport und Lebensstil-Änderung
Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die Zahl der adipösen Kinder in Deutschland verdoppelt. Viele von ihnen entwickeln Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Arterienverkalkung und Fettleber. Konventionelle Methoden zur Therapie von Gewichtsproblemen bei Kindern und Jugendlichen wie die Förderung von Sport oder Schulungen zu Lebensstil-Änderungen sind die Methoden der ersten Wahl. Allerdings führen diese oft nicht zu den gewünschten langfristigen Erfolgen. Bei fettleibigen Erwachsenen werden chirurgische Maßnahmen zur Behandlung der Adipositas schon seit Anfang der 1990er Jahre erfolgreich durchgeführt.

Kindern Operation nicht vorenthalten
„Wir sollten Jugendlichen diese Therapieoption nicht vorenthalten, wenn die Adipositas bereits zu schwerwiegenden Begleiterkrankungen wie dem Diabetes geführt hat und wenn konservative Therapien frustran waren“, sagt Professor Dr. med. Holger Till, Direktor der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig. Erste Studienergebnisse weisen daraufhin, dass die Adipositas-Chirurgie auch bei fettleibigen Kindern und Jugendlichen nutzbringend sein kann. „Allerdings sollten Operationen bei ihnen immer unter Einhaltung strenger Leitlinien und ausschließlich in speziellen Adipositaszentren durchgeführt werden“, so Professor Till. Die medizinische Behandlung müsse zudem stets gemeinsam mit einer professionellen Ernährungstherapie und einer psychotherapeutischen Beratung erfolgen.


Internet: www.deutsche-Diabetes-gesellschaft.de
Quelle: Pressemeldung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Mai 2011


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