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22.01.2010 Ablösung des IQWiG-Chefs ist beschlossen

Der Vertrag von Peter Sawicki wird nicht verlängert. Dies haben nun der Vorstand und der Stiftungsrat des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen heute Mittag bestätigt.

Die Meldung wurde aktualisiert am 22.01.2010 um 14.45 Uhr:

Laut der ARD-Nachrichtensendung "tagesschau" ist es nun amtlich: Der Vertrag des bisherigen Leiters des "Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen"(IQWiG), Peter Sawicki, wird nicht verlängert. Dies teilten Vorstand und Stiftungsrat des Instituts heute Mittag (22.01.2010) in Berlin mit.

Bereits am Mittwochabend sowie Donnerstagvormittag, nach der ersten ergebnislosen Sitzung des Vorstandes des IQWiG zur weiteren Zukunft von Sawicki, haben mehrere überregionale Tageszeitungen wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und "Die Welt" sowie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf IQWiG-interne Quellen auf ihren Internetportalen verkündet, dass der am 31. August auslaufende Vertrag von Peter Sawicki als Leiter des IQWiG vorraussichtlich nicht verlängert und die Stelle somit neu ausgeschrieben werde. Dies wurde nun also auch offiziell bestätigt.

Prüfbericht wirft Sawicki Fehlverhalten vor
Sawicki steht aktuell in der Kritik, da ihm in einem Prüfbericht Fehlverhalten bei der Nutzung von Dienstwagen, Abrechnungen und Flügen vorgeworfen wird. Zuvor war der IQWiG-Chef aber auch bereits umstritten, da ihm vor allem Patientenverbände, Fachgesellschaften und die Pharma-Industrie eine zu große Fokusierung auf die wirtschaftlichen Aspekte bei der Bewertung von Therapien, Arznei- und Hilfsmitteln vorgehalten haben und auch die neue Bundesregierung hielt in ihrem Koalitionsvertrag fest, dass sie sich eine Neuausrichtung des Instituts wünscht. Aus Kreisen der Opposition wird hingegen die mögliche Ablösung von Sawicki als Entgegenkommen gegenüber der Industrie kritisiert.

Kontroversen um zweifelhafte Studienveröffentlichung
Große Wellen schlug außerdem eine im Juni 2009 medienwirksam veröffentlichte IQWiG-Studie, in der dem Analoginsulin "Insulin glargin" eine krebsfördernde Wirkung nachgesagt wurde und damit die Patienten stark verunsicherte. Etliche Fachgesellschaften, aber auch Behörden widersprachen den darin gezogenen Schlüssen und bemängelnden die fehlerhafte Methodik der Studie. Nach aktuellem Erkenntnisstand ist der Verdacht der krebsfördernden Wirkung des Analoginsulins wissenschaftlich nicht haltbar.

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