11.08.2009 Immer mehr Kinder unter 15 Jahren erkranken an Typ-1-Diabetes

Wie das Institut für Diabetesforschung (IFDF) am Helmholtz Zentrum München in einer Pressemeldung bekannt gibt, zeigen die aktuellen Ergebnisse der EURODIAB-Studie, dass die Neuerkrankungsrate des Typ-1-Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren in Europa kontinuierlich steigt.
Daten aus Baden Württemberg und Düsseldorf zeigten, dass in Deutschland im Zeitraum von 1989 und 2003 pro Jahr im Mittel eine Steigerung von 4,2 Prozent zu verzeichnen war. Anhand dieser und weiterer Daten aus anderen europäischen Ländern prognostizieren die Forscher deshalb einen Anstieg der Typ-1-Diabetes-Fälle in dieser Altersgruppe in Europa von derzeit schätzungsweise 15.000 auf etwa 24.400 Fälle.
Genauen Ursachen für Typ-1-Diabetes noch nicht bekannt
Das IFDF betont, dass diese Zahlen die Notwendigkeit der Ursachenforschung unterstreichen. Denn die genauen Ursachen für diese Form der Stoffwechselerkrankung sind bis heute noch nicht bekannt. Die Verbreitung von Risikogenen könne diesen Anstieg allerdings nicht erklären, denn eine solche Entwicklung würde viel länger dauern als in den 14 Jahren des Beobachtungszeitraums. Wahrscheinlich spielen deshalb weitere Einflüsse eine Rolle, wie etwa die modernen Lebensgewohnheiten, Umweltfaktoren, Kaiserschnittgeburten oder der Rückgang von Infektionen im Kindesalter.
Um den tatsächlichen Ursachen für Typ-1-Diabetes auf den Grund gehen zu können, wird derzeit in vielen Ländern die TEDDY-Studie durchgeführt. Das deutsche Studienzentrum wird vom IFDF geleitet. Bis Jahresende bietet das Institut an, Neugeborne bis zu drei Monaten kostenlos auf das individuelle Typ-1-Diabetes-Risiko zu untersuchen.
Aufforderung zur Teilnahme an Teddy-Studie
"Gerade bei diesem Antsieg an Neuerkrankungen und der beunruhigenden Prognose für die nächsten Jahre dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen", mahnt Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des IFDF. "Wir müssen versuchen, die Ursachen von Typ-1-Diabetes zu erforschen und so die Welle an Erkrankungen bei Kindern aufhalten. Deshalb fordern wir, dass möglichst viele Eltern mit ihren Neugeborenen an der TEDDY-Studie teilnehmen. Denn nur mit einer hohen Teilnehmerzahl können wir von den Daten Rückschlüsse."
Kontaktdaten für interessierte Eltern:
Forschergruppe Diabetes
Leitung Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler
Kölner Platz 1
80804 München
Tel.: 0800/3383339
E-Mail:
teddy.germany(at)lrz.uni-muenchen(dot)de
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