01.12.2011 Diabetes akzeptieren lernen

Wer Diabetes hat, muss sich ein Leben darum lang kümmern. Das bringt auch psychische Belastungen mit sich – etwa jeder zehnte Patient einer diabetologischen Schwerpunktpraxis leidet darunter.
Viele Diabetiker leiden unter psychischen Belastungen.

 „Verschiedene Studien zeigen, dass ein bedeutsamer Anteil von Menschen mit Diabetes Probleme hat, die Erkrankung und die tägliche Behandlung zu akzeptieren“, sagt Diplom-Psychologe Berthold Maier vom FIDAM – Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Bad Mergentheim.

Krisenhafte Lebensumstände und Belastungen aufgrund einer Diabetes-Erkrankung können dazu führen, dass Patienten sich überfordert fühlen, ihren Diabetes angemessen kontinuierlich zu behandeln. Patienten erleben es häufig als Belastung, dass  der Diabetes mellitus eine dauerhafte Lebensstiländerung notwendig macht oder dass die Therapie und die tägliche Selbstbehandlung mit Blutzucker messen und Insulin spritzen sehr komplex ist. Hinzu kommen Sorgen und Ängste vor möglicherweise auftretenden Unterzuckerungen oder Folgeerkrankungen wie Erblindung.


Christiane S. begehrt auf – gegen ihren Diabetes
Bei Christiane S. wurde Diabetes Typ 1 diagnostiziert, als sie 12 Jahre alt war. Schien sie zunächst vordergründig gut mit der Erkrankung umgehen zu können, begann sich ihre Seele nach einiger Zeit gegen den Diabetes aufzubegehren: Christiane S. lehnte die Krankheit ab, ignorierte sie, verweigerte die täglich nötigen Insulinzugaben, jeder Stich mit der Spritze wurde für sie zur Qual.

Mit 14 Jahren stieg ihr HBA1C-Wert, der idealerweise bei 7 oder darunter liegen sollte, auf über 14. Ihre letzte Rettung war ein Klinikaufenthalt. „Bis dahin hatte ich schon über ein Jahr lang meine Eltern und meinen Arzt belogen und immer wieder behauptet, richtig gemessen und Insulin gespritzt zu haben. Doch das Gegenteil war der Fall“, berichtet die heute 23-Jährige.

Depressionen bei Diabetes häufiger
Neben seelischen Belastungen, die von der Erkrankung Diabetes und deren Behandlung ausgehen, erkranken Menschen mit Diabetes auch häufiger an psychischen Störungen wie klinischen Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen wie zum Beispiel Alkoholmissbrauch. Sie erschweren die Selbstbehandlung zusätzlich und verschlechtern die Prognose des Diabetes. „Eine Zusammenfassung von 42 Studien kommt zum Schluss, dass etwa 12 Prozent aller Menschen mit Diabetes an einer klinischen Depression leiden, weitere 18 Prozent beschreiben depressive Stimmungen wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Resignation und Zukunftsangst“, erläutert Berthold Maier.

Schulung fördert die Akzeptanz
Für eine erfolgreiche Selbstbehandlung des Diabetes ist jedoch wichtig, dass Patienten in der Lage sind, im Alltag eigenverantwortlich Therapieentscheidungen zu treffen und ihren Diabetes bestmöglich selbst zu steuern. Dazu trägt die Teilnahme an einer strukturierten Patientenschulung bei.

In einem Schulungskurs erlernen Menschen nicht nur die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für einen angemessenen Umgang mit der Erkrankung, sondern tauschen sich auch mit weiteren Betroffenen aus. Bereits die Erfahrung, dass andere häufig die gleichen Ängste und Sorgen rund um ihren Diabetes empfinden, kann die Akzeptanz der Stoffwechselkrankheit positiv beeinflussen.


Spezielle Angebote bei seelischen Belastungen
Doch gerade bei starken seelischen Belastungen und klinischen Depressionen sind auch spezielle psychologische Hilfsangebote notwendig. „Sie tragen zu einer Verbesserung der Blutzuckerwerte und einer Steigerung der gesamten Lebensqualität entscheidend bei“, so Berthold Maier. Eine solche Behandlung hat auch Christiane S. geholfen. Sie gibt inzwischen ihre Erfahrungen an andere Jugendliche mit Diabetes Typ 1 weiter.

Eine Liste der „Fachpsychologen Diabetes“, die von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) anerkannt sind, können Betroffene im Internet unter www.Diabetes-psychologie.de abrufen.

Quelle: Pressemitteilung von diabetesDe vom 28. November 2011

Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia

Kommende Ausgabe

• Zahnpflege
• Wachstum
• Fine Star
• Mutter-Kind-Kur
• Filet-Burger

 

Bloggen Sie mit!

Lucas Wurstbrotrevolution

Abends bestellt Luca jetzt ein 12-BE-Buffet – und hat danach noch Hunger.

16.03.2012

Online-Umfrage

Achten Sie noch mehr auf die Zahngesundheit Ihres Kindes, seit es Diabetes hat?

ja

nein

Diabetes-Lexikon

Weitere Zeitschriften

Diabetes-Bücher im Kirchheim-Shop