27.06.2011 "Bleiben meine Kinder gesund?" - Familiäres Risiko bei Typ-1-Diabetes

Die Vorhersagbarkeit von Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen wird zunehmend besser. Kinder mit familiärem Risiko können davon profitieren und an der Pre-POINT-Studie teilnehmen.
Logo der Pre-POINT-Studie.

Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München, widmet sich bereits seit 25 Jahren der Erforschung von Typ-1-Diabetes, der Ursachen und einer möglichen Prävention des Krankheitsausbruchs. „Es geht aber auch darum, eine mögliche Krankheitsentwicklung rechtzeitig zu erkennen oder sogar vorherzusagen.“, so Professor Ziegler. Um einordnen zu können, ob jemand eines Tages an Typ-1-Diabetes erkrankt, messen die Wissenschaftler im Rahmen mehrerer klinischer Studien Biomarker und Genotypen, die eine Abschätzung des Erkrankungsrisikos messbar machen.

Das Risiko ist schon abschätzbar
Die bisher zuverlässigste genetische Risikoabschätzung konnte bislang anhand von HLA-Genotypen (Humane Leukocytes Antigene) gemacht werden. Diese Genotypen lassen sich häufig bei Kindern nachweisen, die ein familiäres Risiko für die Entwicklung von Typ-1-Diabetes besitzen. Dabei steigt das Risiko mit der Anzahl der erkrankten Familienmitglieder ersten Grades. Aber auch bei Kindern ohne familiäre Vorbelastung (gesunde Eltern und Geschwisterkinder), die einen Hochrisiko-HLA-Typen aufweisen, liegt das Erkrankungsrisiko für Typ-1-Diabetes bei 5%. Stammt das Kind aber aus einer Familie, in der Vater, Mutter oder Geschwisterkind bereits an Typ-1-Diabetes erkrankt sind und weist gleichzeitig HLA-Risikogene auf, so steigt das Erkrankungsrisiko bereits auf 10 bis 20%. Sind mehrere Mitglieder der Familie erkrankt und HLA-Risikogene können beim betroffenen Kind nachgewiesen werden, liegt die Wahrscheinlichkeit; an Typ-1-Diabetes zu erkranken, sogar bei 50%.

Die Krankheitsentwicklung beeinflussen
Das Wissen um die genetischen Einflüsse auf die Entwicklung der Erkrankung schafft aber auch Sicherheit: „Je eher wir eine Krankheitsentwicklung absehen können, desto früher besteht die Möglichkeit im Einzelfall darauf Einfluss zu nehmen.“, erklärt Professor Ziegler und bezieht sich dabei auf die internationale Studie „Pre-POINT“, die durch eine Art Impfung die Entwicklung von Typ 1 Diabetes verhindern soll. Die Studie richtet sich an Kinder zwischen 18 Monaten und 7 Jahren, in deren Verwandtschaft ersten Grades ein Geschwisterkind oder zwei enge Verwandte bereits erkrankt sind und die damit ein sehr hohes Risiko in sich tragen ebenfalls zu erkranken. „Die Kinder erhalten täglich Insulin in Form von Pulver Oral verabreicht. Vorläuferstudien aus den USA haben bereits gezeigt, dass durch die tägliche Insulingabe das Immunsystem günstig beeinflusst werden kann. Demzufolge könnte die Entwicklung von Inselautoantikörpern, welche Vorboten des Typ-1-Diabetes sind, verhindert werden.“, erläutert Professor Ziegler.


An der Pre-POINT-Studie teilnehmen
Die Pre-POINT-Studie nimmt noch weitere Teilnehmer auf. Interessierte Familien können sich bei folgenden Stellen informieren:

Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München
Leiterin: Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
Lehrstuhl Diabetes und Gestationsdiabetes
Kölner Platz 1, 80804 München,
kostenlose Tel. 0800 8284868, E-Mail: prevent.Diabetes@lrz.uni-muenchen.de

oder beim

DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden
der Technischen Universität Dresden
Prof. Dr. Ezio Bonifacio
Tatzberg 47/49, 01307 Dresden,
Tel. 0351 458 3772, E-Mail: prevent.Diabetes@crt-dresden.de

Weitere Informationen
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Quelle: Pressemitteilung der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München vom 21. Juni 2011

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